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Die Forschung auf der
einen, die Fleischtöpfe auf der anderen Seite: Galileo Galilei will
beides! Wir schreiben das Jahr 1609, der Wissenschaftler Galilei
widerlegt durch seine Beobachtungen die weitläufige Meinung, die
Sonne würde sich um die Erde drehen. Er bringt damit das Weltbild
mehrerer Generationen komplett ins Wanken und stellt provokant die
Frage nach dem Beginn der Welt und damit der Existenz Gottes. Die
Kirche hingegen beharrt auf ihrem Standpunkt, dass die Erde der
Mittelpunkt der Welt ist und bleiben muss und wird zur
lebensbedrohlichen Gefahr für Galilei: Seine Werke werden von der
Inquisition auf den Index gesetzt. Selbst als er später unter dem
wissenschaftlich gebildeten Kardinal Barberini seine Forschungen
wieder aufnimmt, bleibt ihm die Anerkennung verwehrt, mehr noch:
Galilei droht die Folter, falls er seine Erkenntnisse nicht widerruft.
Die Angst zwingt ihn zu einer folgenschweren Entscheidung.
Brecht zeichnet Galilei als widersprüchlichen Charakter, als großen
Denker, Genussmenschen und Egoisten, der über seinen Büchern
vergisst, dass er eine Tochter hat, deren Wünsche den Kampf gegen die
Formeln nur verlieren können. [Quelle:
Theater an der Parkaue] |