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Schulentwicklung
und Schulprogrammarbeit sind seit Jahren wichtige Bestandteile der Aktivitäten
der Kläre-Bloch-Schule. Dazu gehören auch Maßnahmen der internen wie externen
Evaluation, mit deren Hilfe die erreichten Ergebnisse überprüft werden und sich
alle Beteiligten vergewissern, ob und inwieweit die vorgegebenen und die im
Schulprogramm vereinbarten Bildungsziele erreicht werden. Durch Analyse der
Arbeitsprozesse und der Ergebnisse liefert Evaluation wesentliche Informationen
und Anregungen für die weitere Gestaltung unserer Arbeit.
4.1.1 Schulinspektion
Die
Schulinspektion fand im November 2006 statt. Im Februar 2007 wurde der Bericht
zur Inspektion zunächst in der Schulkonferenz und dann in der Gesamtkonferenz
vorgestellt und diskutiert.
In
Bezug auf den Bereich „Unterrichtsprofil“ stellte der Inspektionsbericht als
deutliche Stärken der Schule u. a. die intensive Nutzung der Lehr- und
Lernzeit, die Schaffung von fördernden Lern- und Arbeitsbedingungen und ein
positives pädagogisches Verhalten im Unterricht fest. Dagegen wurden die
Aspekte innere Differenzierung, selbstständiges Lernen oder kooperatives
Verhalten als eher schwach bzw. schwach ausgeprägt festgestellt. Die Ergebnisse
gaben wichtige Hinweise in Bezug auf die Entwicklung pädagogischer Schwerpunkte
oder möglichen Fortbildungsbedarf.
4.1.2 Evaluationsbericht
Dem Evaluationsbericht liegen die im Schuljahr
2008/2009 durchgeführten internen Evaluationsmaßnahmen in insgesamt vier
Bereichen zugrunde. Die Evaluationsziele ergaben sich aus dem im Schulprogramm
festgelegten Schwerpunkt, die berufstätigen Erwachsenen für ein Studium zu
qualifizieren.
Zu
den Evaluationsbereichen gehörten neben der Auswertung der Vergleichsdaten der
zentralen Prüfungen u. a. auch Teile des schulinternen Methodencurriculums. Zu dessen
Evaluation wurden Tests und Schülerbefragungen eingesetzt. Die detaillierten
Ergebnisse aller Befragungen wurden den Fachkonferenzen zur Auswertung und
Festlegung von gegebenenfalls erforderlichen Veränderungen vorgelegt.
Die
Ergebnisse zeigten, dass der systematische Methodeneinsatz besonders im Fach
Englisch zu guten Ergebnissen führte und von den Schülerinnen und Schülern als
positiv wahrgenommen wurde. (Ein typischer Kommentar zur Arbeit mit dem
einsprachigen Wörterbuch im Englischunterricht: „Ich habe das noch nie so
geübt!“. Deshalb wird das einsprachige Wörterbuch nun in allen Klassen und in
allen Schulhalbjahren eingesetzt.)
Bei der Befragung zur Projektarbeit im Fach
Wirtschaftswissenschaft standen selbständiges Arbeiten und Präsentieren im
Vordergrund. Dabei bewerteten viele der Befragten die zeitliche Belastung vor
allem durch die Recherchearbeiten und die Vorbereitung der Gruppenpräsentationen
als sehr hoch bzw. zu hoch. Bei den Fragen nach Konzeption und Durchführung des
Projekts ergab die Auswertung der Befragung eine deutliche Zustimmung. Zudem
berichten ehemalige Schülerinnen und Schüler, die ein Studium begonnen haben,
häufig darüber, wie viel sie gerade vom selbstständigen Erarbeiten von
komplexen Fragestellungen und vom Präsentierten ihrer Arbeiten profitieren. Der
Fachbereich Wirtschaft hat deshalb die Aufgabenstellung für die Projektarbeit überarbeitet
und führt das Projekt regelmäßig im 2. Schulhalbjahr durch.
Zur
Messung der Unterrichtsqualität lässt sich nach allen wissenschaftlichen
Untersuchungen als ein wichtiges Instrument die Befragung der Schülerinnen und
Schüler einsetzen.
Seit
dem Schuljahr 2005/2006 existiert das Netzwerk Schülerbefragung, das seitdem
jährlich jeweils zwischen 16.000 und 21.000 Schülerinnen und Schüler in 800 bis
1100 Klassen befragt. Insgesamt zählen etwa 35 Schulen, zumeist
Oberstufenzentren, mit unterschiedlichen Teilnahmerhythmen zum Netzwerk.
Unsere Schule nimmt regelmäßig an der jährlichen
Erhebung teil, die in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin
entwickelt wurde und durch diese Institution begleitet wird.
Eine schulinterne Auswertung liegt regelmäßig im März/April jeden
Jahres vor. Die personen-bezogene Auswertung wird den jeweiligen Kolleginnen
und Kollegen zur Verfügung gestellt. Die anonymisierten Ergebnisse werden in
Gesamt- und Fachkonferenzen vorgestellt und diskutiert.
Die Antworten auf die Fragen im Fragebogen für
Schülerinnen und Schüler werden bei der Auswertung zu einzelnen Aspekten, die Unterrichtsqualität
beschreiben, zusammengefasst (diese Aspekte entsprechen denen in vergleichbaren
Untersuchungen, z. B. nachzulesen bei H. Meyer: Was ist guter Unterricht?). Damit ergibt sich ein Bild, wie die
befragte Klasse den Unterricht wahrgenommen hat. Die Antworten auf die Fragen
im Lehrerbogen werden entsprechend ausgewertet, so dass ein Vergleich möglich
wird.
Die Befragung soll den Kolleginnen und Kollegen
die Möglichkeit geben, anhand einer befragten Klasse mögliche Probleme in der
Vermittlung von Inhalten zu erkennen und durch die Besprechung in der Klasse
die Bedeutung der Probleme zu bewerten (z. B. Einzelproblem der Klasse,
Einzelproblem des Unterrichtsthemas, generelles Problem). Nötige Veränderungen,
im Gespräch mit der Klasse über das Befragungsergebnis erkannt, können dann in
Angriff genommen werden. Bei erkennbaren Schwierigkeiten, die sich auf die
gesamte Schule beziehen, werden angemessene Maßnahmen (z B. Fortbildung,
Beratung in Fachkonferenzen) geprüft und diese möglichst zeitnah realisiert.
Die Befragung trifft auf eine hohe Akzeptanz im
Kollegium, die meisten Kolleginnen und Kollegen befragen mehrere der von ihnen
unterrichteten Klassen. Die konkreten Ergebnisse
zeigen bei 9 von 11 untersuchten Aspekten regelmäßig ein relativ gutes
Abschneiden der Kläre-Bloch-Schule, darunter Klarheit, Angemessenheit oder
Interessantheit des Unterrichts. Schwächen zeigen sich bei den Punkten
„Binnendifferenzierung“ und „Selbstständiges Lernen“. Als eine Reaktion
auf diese Ergebnisse hat die Schule mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 als
Entwicklungsprojekt SOL/Selbstorganisiertes Lernen gewählt.
4.1.4 Prüfungsergebnisse
Die
Leistungen der Prüfungsklassen unserer Schule werden unter verschiedenen
Aspekten jährlich untersucht, dargestellt und diskutiert.
Grundlage der Analyse bildet dafür die von der
Senatsverwaltung zur Verfügung gestellte Gesamtschau aller Prüfungsergebnisse
der vergleichbaren Schulen in Berlin.
Hier zeigt sich als erstes Ergebnis die Prüfungsleistung in den schriftlich
geprüften Fächern (Deutsch, Englisch, Mathematik und die fachspezifischen
vierten Prüfungsfächer) im Vergleich zu den Schulen Berlins mit entsprechendem
Angebot.
Darüber hinaus werden schwerpunktmäßig die
Ergebnisse innerhalb der Schule ermittelt und dargestellt, so z. B. die
Prüfungsleistungen der einzelnen Fachbereiche und Klassen, die Semesterergebnisse
im Vergleich zu den schriftlichen Prüfungsleistungen, auch auf Klassenebene,
die Leistungen in den nicht schriftlich geprüften Fächern u. v. m.
Eine aufbereitete Präsentation der Zahlen erfolgt
regelmäßig in der ersten Gesamtkonferenz des neuen Schuljahres. Hier werden die
Ergebnisse besprochen und ggf. gezogene Erkenntnisse formuliert, diskutiert und
erforderliche Maßnahmen beschlossen.
Für die fachbezogene Auswertung werden diese Daten den Fachbereichen
zur Verfügung gestellt.
Die Prüfungsergebnisse der Schule sind gut. Bei den Durchschnittsnoten
der FOS- wie der BOS-Prüfungen (allgemeine Hochschulreife) liegt die
Kläre-Bloch-Schule seit Beginn der Auswertung 2007 über dem Berliner
Durchschnitt. Auch die Durchschnittsergebnisse der Kläre-Bloch-Schule bei den
schriftlichen Prüfungsfächern liegen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zum Teil
deutlich über dem Berliner Durchschnitt. Die Bestehensquote liegt mit 94 bis 97
% (FOS) ebenfalls über dem Berliner Durchschnitt. Deshalb besteht hier
insgesamt kein Handlungsbedarf.
Als eine Erklärung für das insgesamt gute
Abschneiden wird im o. g. Evaluationsbericht die oft hohe Motivation und
Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler genannt. Dabei spielt die
Situation der Erwachsenen, die neben ihrer Berufstätigkeit einen Abschluss
erwerben, eine wichtige Rolle: Sie wissen in der
Regel sehr genau, warum sie zur Abendschule gehen und wollen z. B. ohne
lange NC-bedingte Wartezeit ein bestimmtes Studium aufnehmen. Hinzu kommt eine
intensive und zielgerichtete Vorbereitung auf die Prüfungen im Rahmen des
Unterrichts, die als Notwendigkeit aus den Vorgaben einer zentralen Prüfung
innerhalb der Kläre-Bloch-Schule bereits frühzeitig gesehen und umgesetzt
wurde. Die regelmäßigen Auswertungen der Prüfungsergebnisse und der intensive
Erfahrungsaustausch unter den Kolleginnen und Kollegen führten dabei u. a. zum
Einsatz von als erfolgreich eingeschätzten Unterrichtsbeispielen.
4.2 Schulinternes Fortbildungskonzept
Regelmäßige Fortbildung ist laut Schulgesetz eine Verpflichtung für
alle Lehrkräfte. Dabei wird der schulinternen Fortbildung Vorrang eingeräumt,
um den spezifischen Bedürfnissen der Schule Rechnung zu tragen. Die
Kläre-Bloch-Schule hat seit Jahren ein entsprechendes Konzept mit dem Ziel,
neben der Verbesserung der individuellen Qualifikation der Einzelnen eine
gemeinsame Lehr- und Lernkultur zu entwickeln bzw. zu verstärken, die
Teambildung zu fördern und Neues gemeinsam auszuprobieren.
Zur Festlegung von Fortbildungsmaßnahmen werden
die Ergebnisse der internen wie externen Evaluation analysiert und konkrete
Fragestellungen und Entwicklungsbedarf ermittelt. Darüber hinaus werden
veränderte fachspezifische und pädagogische Aufgaben bei der Fortbildungsplanung
berücksichtigt (wie z. B. diversity management / Umgang mit Vielfalt).
Bei Entwicklungsvorhaben, die umfangreich sind
oder für einen längeren Zeitraum geplant werden, sind die gemeinsamen
schulinternen Veranstaltungen z. T. der Beginn einer Fortbildungsreihe (z. B. Selbstständiges
Arbeiten / SOL). Bestimmte pädagogische Themen werden in regelmäßigen Abständen
aufgegriffen oder unter speziellen Fragestellungen vertieft (z. B.
Leistungsbeurteilung oder Anfangsunterricht).
Verantwortlich
für Vorschläge, Konzeption und Organisation sind neben der Fortbildungs-beauftragten
auch die beiden Evaluationsbeauftragten und die für die Entwicklungsprojekte
jeweils zuständigen Multiplikatoren. Bei der Suche nach geeigneten Referenten
oder bei organisatorischen Fragen leistet die Regionale Fortbildung hilfreiche
Unterstützung. Das geplante Thema und das Konzept werden jeweils in der
Gesamtkonferenz vorgestellt, diskutiert und dann konkret festgelegt. Dieses
Vorgehen befördert die hohe Akzeptanz und die starke Beteiligung des Kollegiums
an den mindestens einmal pro Jahr stattfindenden ein- bis zweitägigen
gemeinsamen Veranstaltungen.
4.3 Außerschulische Lernaktivitäten
4.3.1 Museumsbesuche
Die Stundenverteilung für
Teilzeitbildungsgänge/Abendform sieht weder für die Fachoberschule noch die
Berufsoberschule die Fächer Kunst oder Musik vor. Um diesen Bereich nicht
völlig aus dem schulischen Leben zu verbannen, lädt die Schule die Schülerinnen
und Schüler mit Museumsbesuchen zu gemeinsamen Begegnungen mit dem
umfangreichen Berliner Kulturangebot ein. Je nach ausgewähltem Museum soll der
Besuch bestimmte Unterrichtsinhalte vertiefen (z. B. Epochen in der Literatur),
aktuelle Ausstellungen und neue Ausstellungsräume vorstellen und insgesamt
Interesse an Künstlerinnen und Künstlern und ihren Ausdrucksformen wecken.
Die geführten Museumsbesuche finden ein- bis
zweimal im Jahr vor allem im Bereich der bildenden Kunst statt. Um den
Schülerinnen und Schülern aus allen Klassen die Teilnahme zu ermöglichen, wird
der Besuch an einem Wochenendtag organisiert.
4.3.2 Studienfahrten
Ein- bis zweimal im Jahr finden Studienfahrten
statt, an denen Schülerinnen und Schüler aus allen Klassen der Schule
teilnehmen können. Da die Fahrten überwiegend während der Arbeitszeit stattfinden,
können sie für diese Zeit Bildungsurlaub beantragen.
Die Fahrten haben einen thematischen und
fachbezogenen Schwerpunkt und ergänzen bzw. vertiefen Aspekte des Unterrichts.
Inhaltliche Schwerpunkte sind vor allem politische und wirtschaftliche
Fragestellungen (Fahrten nach Amsterdam oder Tallinn) oder literarische / künstlerische
Themen (Fahrten nach Wien, Weimar oder Prag). Durch das Einbeziehen der
Schülerinnen und Schüler in die Organisation der Fahrten, z. B. durch das
Vorbereiten inhaltlicher Beiträge zu einzelnen Programmpunkten vor Ort, fördern
die Fahrten auch soziale und kommunikative Kompetenzen. Die während einer
Studienfahrt gewonnenen Kenntnisse sollen in den Unterricht einbezogen und
damit auch den anderen Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht werden.
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