Erfahrungsberichte

Ehemalige Schülerinnen und Schüler über ihre Zeit an der KBS:

 

R. R., FOS/BOS, Abschluss 2013

Ihr interessiert euch für den zweiten Bildungsweg? Ihr möchtet gerne euer Leben mit Wissen bereichern? Ihr sucht eine Schule und Lehrer, die euch und eure Lebenssituation verstehen und euch mit Herz und Verstand an die höhere Bildung heranführt?

Dann geht an diese Schule!

Nach 4 Jahren recht eindimensionaler Arbeit als techn. Mitarbeiter habe ich mich für den zweiten Bildungsweg entschieden. Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens…

Nachdem ich 2010 die FOS begann, habe ich schnell gemerkt, wie viel mir die höhere Bildung -persönlich- bringt und meine anfänglich rein berufliche Motivation rückte mehr und mehr in den Hintergrund und so wagte ich den Sprung an die BOS im Jahre 2012, um später an einer Universität studieren zu können. Ich hatte natürlich Fächer die mir mehr lagen, und Fächer bei denen ich mehr Leistung/Willen mobilisieren musste. Aber genau das machte die Sache interessant.. Stärken finden, Schwächen umkehren, mit motivierten Mitschülern diesen Weg gehen, auf hilfsbereite Lehrer treffen, dadurch den Horizont erweitern, weitere Interessen entwickeln… Die Aufzählung könnte ich über Seiten ausweiten 🙂 Und jetzt studiere ich seit 3 Jahren Geographie, war ein (Erasmus-)Jahr in den Niederlanden und möchte einen Master beginnen. Das elternunabhängige Schülerbafög an der BOS, das Studentenbafög an der Uni und die Erasmusförderung beim Auslandsaufenthalt und das einfache Minijobsystem, waren dabei eine große Hilfe. Natürlich muss/sollte man bei diesem Weg einige finanzielle und zeitliche Einschränkungen in kauf nehmen… Doch zumindest in meiner Bilanz überwieg(t)en die Vorteile immer!

 

L. S., BOS, Abschluss 2016

Als ich anfing, diesen Erfahrungsbericht zu schreiben, machte ich eine Pro- und Contra-Liste über die Kläre-Bloch-Schule. Im Folgenden werde ich euch erzählen, warum die Contra-Seite leer blieb.

Meine Zeit an der Kläre-Bloch-Schule begann im Januar 2014, ich war 1,5 Jahre da, da ich zuvor mein Fachabi in einem anderen Bundesland gemacht hatte. Am Anfang war alles neu und ungewohnt und ich hatte Angst, dass das Lernen am Abend doch sehr anstrengend sein könnte. Wer will um 20 Uhr in der Schule sitzen und Matheformeln büffeln, wenn man nach der Arbeit nach Hause fahren und sich entspannen könnte? Die Antwort: Wir alle wollten es!

Meine wunderbare Klasse an der KBS war klein und übersichtlich, wir waren eine bunt gemischte Truppe und es herrschte eine gute Lernatmosphäre. Zu meinen Mitschülern habe ich bis heute viel Kontakt. Die Lehrer, die alle sehr nett, hilfsbereit und professionell waren, haben viel und geduldig erklärt, niemand blieb auf der Strecke. Es gab sehr interessante Fächer wie z.B. Englisch, Physik, Sozialkunde, Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften – nur weil man am Abend lernt und eine geringere Zahl an Wochenstunden hat, muss man nicht auf spannende Inhalte verzichten. An dieser modernen Schule herrscht eine sehr gute Vernetzung und die Schüler haben alle E-Mail-Adressen der Lehrer. Es gibt ein gutes Gemeinschaftsgefühl und große Empathie, da alle tagsüber arbeiten müssen – und abends eben zusammen an ihrem Traum arbeiten.

Sei es berufliche Weiterbildung, ein Studium an der Universität oder Fachhochschule, egal was das Ziel des Schulbesuchs an der KBS ist, die Zeit vergeht wie im Flug, man lernt viele neue Leute kennen, lernt seine Zeit perfekt einzuteilen, Teamgeist zu entwickeln und hart zu arbeiten. Heute studiere ich an der Uni, um in ein paar Semestern meinen Bachelor in der Tasche zu haben. Somit wird man es niemals bereuen, diesen Weg eingeschlagen zu haben.

Die Schüler der Abendschule sind fokussierter als man dies beispielsweise aus Teenagerklassen kennt, weil sie bereits eine Ausbildung absolviert haben und ihrer Arbeit nachgehen, d.h. dass sie ihre Ziele genau kennen und sich auf freiwilliger Basis weiterbilden. Mit der Abendschule eröffnet man sich ganz neue Möglichkeiten für die Zukunft, ohne ein Risiko einzugehen. Egal, ob man halbtags oder ganztags arbeitet, für kurze oder lange Zeit aus der Schule raus ist, ob man früher ein extrovertierter oder stiller, ein guter oder schlechter Schüler war – traut euch! Wer sich für die Kläre-Bloch-Schule anmeldet, hat bereits gewonnen.

 

Özg. B., FOS, Abschluss 2010

Die Bedeutung der Bildung ist in Zeiten der Globalisierung sehr gestiegen. Genauso wie die Konkurrenz der Qualifizierungen. Eine Lehre bzw. Ausbildung reicht meistens nicht mehr aus, um eine gut bezahlte Beschäftigung zu finden. Jedoch haben wir zum Glück noch Möglichkeiten, auch auf dem „Zweiten Bildungsweg“ das Fachabitur bzw. Abitur zu erlangen.

Die Kläre-Bloch-Schule bietet eine solche Möglichkeit. Hier können Menschen zu gut organisierten Stunden ihr Fachabitur bzw. Abitur nachholen. Und das völlig unentgeltlich! Auch ich habe mein Abitur an der KBS nachholen können, weil mein Abitur aus der Türkei nicht anerkannt wurde. Die Lehrkräfte sind sehr zugängliche, emphatische Personen, mit denen man auch Freundschaften schließen kann. Unterrichtseinheiten sind sehr vielseitig und interessant gestaltet. Ich habe nach meinem Abitur Sozialpädagogik studiert und kann bald mein eigenes sozialpädagogisch basiertes Musikzentrum eröffnen. Die Kläre-Bloch-Schule bietet die Chance einer besseren Bildung und Karriere. Nutze auch Du diese Chance! Es kostet Dich nichts.

 

Jus. B, BOS, Abschluss 2012

Rückblickend fühlt sich die Zeit, die ich an der Kläre-Bloch-Schule verbracht habe, gut an, aber auch während der drei Schuljahre tat sie das! Nachdem ich etwa sieben Jahre schulabstinent gewesen war, hatte mich das Abitur doch wieder in die Schulmauern gelockt. Drei Jahre Abendschule klingen erstmal ganz schön lange, doch sie sind schneller vorübergegangen, als ich es mir habe vorstellen können.

Tagsüber kann man wunderbar noch einer Arbeit nachgehen, seine Vorbereitungen für den Unterricht treffen und sein Privatleben pflegen. Die Lehrer haben berücksichtigt, dass Schule für Abendschüler nicht die einzige Beschäftigung ist und so blieben Hausaufgaben durch Absprachen überschaubar. Auch kann das Schüler-BaföG, welches man nicht zurückzahlen muss, helfen die Unkosten etwas abzudecken.

Tatsächlich habe ich an der KBS tolle Menschen kennengelernt, mich mit Themen auseinandergesetzt, die aktuell, spannend und inspirierend waren. Das alles war nicht selbstverständlich für mich, ich hatte mit mehr Langeweile und Verpflichtungen gerechnet. Die Lehrer sind uns Schülern auf Augenhöhe begegnet und die Heterogenität der Klasse hat so manche Diskussion befeuert. Die Relevanz und der Blick auf die Lerninhalte hatten sich für mich, im Vergleich zur ersten Schullaufbahn, sehr verändert. Schließlich hatten auch alle Mitstreiter Berufserfahrung und einen aktiveren Zugang zu Politik, Wirtschaft oder auch Kultur. Selbst Mathematik hatte, dank einer wunderbaren Lehrkraft, sogar der Letzte, der es nicht zu seinen Stärken zählte, irgendwann begriffen. Auch habe ich die Gelegenheit genutzt und Spanisch gelernt und einen tollen Austausch in punkto Poesie und Wortgemenge genossen.

Das Abitur wurde vollwertig anerkannt und ich habe ohne Schwierigkeiten mein Studium aufnehmen können und nun auch meinen Bachelor in der Tasche. Ich habe nette Leute kennengelernt, manches über die Welt und mich selbst dazugelernt. Somit kann ich jedem die „Kläre-Bloch“ wärmstens ans Herz legen, der motiviert, neugierig und offen für mehr ist.

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Ch. Sch., BOS, Abschluss 2012

Als ich 1983, im Alter von 18 Jahren, meine Ausbildung bei der Berliner Polizei beendete, hätte ich nie daran gedacht, dass ich noch einmal für längere Zeit die Schulbank drücken würde. Erst der Aufstiegslehrgang, den ich besuchte, um in den gehobenen Dienst übernommen zu werden, brachte mich dem Schulbetrieb und dem damit verbundenen Prüfungsstress näher. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt wuchs der Wunsch in mir, die Fachhochschulreife nachzuholen.

Die Kläre-Bloch-Schule: eine gute Wahl.

Die KBS, eine staatliche Abendschule in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf, war mir bekannt, da dort schon einige Kollegen ihre Fachhochschulreife erworben haben, um so weitere Qualifikationen für den täglichen Dienst einzubringen. In einer Info-Veranstaltung der KBS konnte man erste Voraussetzungen erfahren. Ein persönliches Gespräch half dann, konkrete Einzelheiten zu klären. Auch der erste Eindruck des Schulgebäudes, die großzügigen Klassenräume, die verkehrsgünstige Lage und die ruhige Umgebung überzeugten mich. Die Bewerbungsunterlagen (ein tabellarischer Lebenslauf, ein Bewerbungsschreiben, beglaubigte Fotokopien des Schulabschlusses und der Berufsausbildung) waren schnell zusammengetragen, im Sekretariat der Schule abgegeben und akzeptiert.

Im September 2009 ging es dann los. Letztlich hatte ich mich gegen die Fachhochschulreife und für die Allgemeine Hochschulreife entschieden. Neben dem Vorteil, Spanisch als zweite Fremdsprache lernen zu können, musste ich nun aber an vier statt an drei Abenden die Schule besuchen. Das erste Semester an der KBS verging schneller als gedacht. Neben den Hauptfächern Englisch, Deutsch, Mathematik, Wirtschaftswissenschaft wurden Rechtskunde, Politikwissenschaft, Physik und Spanisch unterrichtet. Pro Semester wurden je zwei Klausuren (90 min) in den Hauptfächern und eine in den Nebenfächern geschrieben. Daneben mussten natürlich auch Referate für die einzelnen Fächer vorbereitet und gehalten werden. Mathe und Wirtschaft waren die größten Herausforderungen, da ich den Unterrichtsstoff noch nie hatte bzw. dieser schon weit zurück lag. Damit ich die Anforderungen im Fach Mathematik erfüllen konnte, blieben Nachhilfestunden nicht aus.

Nach drei Semestern hatte man die Möglichkeit, an den Prüfungen für die Fachhochschulreife teilzunehmen. Ich hatte für die Vorbereitung meinen gesamten Jahresurlaub verplant, wurde dann aber auch mit einem Notendurchschnitt von 1,2 belohnt. Die Klasse war zu diesem Zeitpunkt etwas geschrumpft. Der Frauenanteil wurde größer und das Alter der Schüler lag zwischen 23 und 43 Jahren. Mittlerweile hatte sich eine enge Gemeinschaft mit Schülern und Lehrern ergeben, die auch durch Projekttage der Schule und gemeinsame Theaterbesuche gefördert wurde. Ab dem vierten Semester wuchs die Klasse wieder auf 25 Schüler an. Viele der Neuen hatten das Fachabi bereits geschrieben und wollten mit uns nun die Hochschulreife anstreben.

Die größte Herausforderung im fünften Semester war eindeutig das Verfassen der Facharbeit. Ich entschied mich, meine Facharbeit im Fach Englisch zu schreiben. Meine UN-Auslandsverwendung im Kosovo, die mich ohnehin sehr begeistert hatte und mein Interesse an internationalen Organisationen geweckt hatte, war der Anlass, nach einigen Beratungsgesprächen mit meiner Fachlehrerin, mich mit der Fragestellung “How do NGO-projects help to promote UN-related-peace-keeping-measures?“ auseinanderzusetzen. Ein komplexes Thema, das in einer Facharbeit natürlich nur angerissen werden kann. Mit 13 Punkten (1-) schloss ich die Facharbeit letztlich ab.

Was dann folgte, war der Endspurt zum Abitur. Da ich für die schriftlichen Prüfungen nicht wieder meinen gesamten Jahresurlaub „opfern“ wollte, entschied ich mich, dass drei Wochen Vorbereitung reichen müssten. Ein kleiner Fehler, wie sich herausstellte. Der Lernstoff war doch sehr umfangreich. Insbesondere Mathe hatte es in sich. Die schriftliche Prüfung brachte mir dann auch nur 5 Punkte ein. Die Prüfungen in den anderen Hauptfächern konnte ich mit sehr gut, gut und befriedigend abschließen. Eine Möglichkeit, die Mathenote dennoch zu verbessern, gab mir die mündliche Prüfung; und so kam ich mit 12 Punkte in der mündlichen Prüfung dann doch wenigstens auf 9 Punkte (3+) insgesamt. Alles zusammen ergab den Notendurchschnitt 1,4.

Was hat das nun alles gebracht und wie hilft es im alltäglichen Polizeidienst? Abgesehen von den sozialen Kontakten mit den Schülern und Lehrern, die mehr Verständnis für die Sorgen Anderer wecken, sind viele der behandelten Unterrichtsstoffe durchaus dienstlich relevant. Und – ja! Das Abitur musste sein, zumindest in meinem Fall. Das ist natürlich eine Entscheidung, die jeder in erster Linie für sich selbst treffen muss, aber nach meinen Erfahrungen spielt das Alter hierbei keine Rolle.