Schulname

Kläre Bloch geb. Begall (1908 – 1988)

Man sah, was auf einen zukam. Trotzdem – das, was sich nachher abspielte, konnte man einfach nicht fassen. Man redete in zwei Zungen, hatte Angst und versuchte, sich irgendwie ein Hinterland zu schaffen … Und wenn der Krieg zu Ende ist, dann wird nie wieder in der Welt so etwas Entsetzliches passieren. Es gibt nur noch Völkerfreundschaft. Das war immer meine Hoffnung.“  

Aus: „Versteckt und gerettet: Kläre Bloch“ in: Szepansky, Gerda: Frauen leisten Widerstand. Fischer Verlag, 1983, S. 196 ff.

Kläre Begall, am 13.02.1908 geboren, wuchs in Schmargendorf und Halensee auf. Sie stammte aus einem  kleinbürgerlichen Elternhaus. Ihr Vater besaß einen Kraftdroschkenbetrieb. Sie ging auf die Mittelschule, lernte Kontoristin. Mit 22 Jahren erwarb sie den Taxiführerschein und war Berlins erste Taxifahrerin. Geistige Formung und politisches Engagement hat sie dem Romanischen Café (Zitat: Es war meine Universität“) zu verdanken, dessen intellektuelle Gäste sie als Taxifahrerin beförderte. Dort lernte sie 1931 auch Erich Bloch kennen, den sie nach dem Kriege heiraten sollte. 1938 zog Kläre nach Charlottenburg, Horstweg 28, Parterre. Sie versteckte dort mehrere Menschen vor den nationalsozialistischen Schergen und rettete ihnen damit das Leben. Erich Bloch, als Jude und Kommunist verfolgt, verbarg sich bei ihr von 1943 bis zur Befreiung im Mai 1945. Seine Mutter war schon 1941 nach Theresienstadt abtransportiert worden, die Schwester wurde 1943 in Auschwitz umgebracht.

Kläre Bloch war eine lebensbejahende, zupackende und optimistische Frau. Ihre Schützlinge gerieten in große Gefahr, als Mitbewohner Kläre verdächtigten, sie verstecke Juden. Mit Temperament und Mut griff sie die Denunzianten öffentlich an und brachte sie zum Schweigen. Für andere, im Untergrund lebende Verfolgte besorgte Kläre mit Geschick und List Lebensmittelkarten, so dass auch sie bis zum Kriegsende durchkamen.

Kläre Blochs Engagement und mutiger Einsatz für Freiheit und Menschenwürde soll Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern Vorbild sein.